Sensibilisierung beim Kauf und Verkauf von Gehegen

Die Grösse und Ausstattung eines Tiergeheges hat grossen Einfluss auf das Wohlergehen der Tiere, die darin gehalten werden. Wer Tiergehege herstellt und verkauft, trägt daher ebenso Verantwortung für das Tierwohl wie die Tierhaltenden beim Gehegekauf. Aus diesem Grund hat das BLV Ende 2016 in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tierschutz (STS) die Sensibilisierungsaktion «Tiergerechte Heimtiergehege» lanciert.

Im Zoofachhandel gibt es ein grosses Angebot an Gehegen für kleine Heimtiere. Insbesondere bei Angeboten im Internet ist aber nur schwer erkennbar, für welche Tierarten sich ein Gehege eignet. Dies kann dazu führen, dass Käuferinnen und Käufer ein Gehege erwerben, das nicht den gesetzlichen Vorgaben für ihre Tiere entspricht, beispielsweise, weil es zu klein oder nicht tiergerecht ausgestattet ist.

Um dies zu verhindern, lancierte das BLV Ende 2016 in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Tierschutz STS die Sensibilisierungsaktion «Tiergerechte Heimtiergehege». Diese Kampagne zielte darauf ab, den Halterinnen und Haltern von kleinen Heimtieren und auch den Anbietern von Gehegen aufzuzeigen, was sie für das Wohlergehen der Heimtiere tun können und müssen.

Austausch mit der Branche gesucht

Im Rahmen der Kampagne tauschten Mitarbeitende des BLV und des STS sich mit Herstellern von Kleintiergehegen sowie mit Vertreterinnen und Vertretern von Zoofachhandlungen, vom Kleintierzuchtverband und vom Verband der Zoofachgeschäfte Schweiz aus. Dabei ging es um die Themen Beratung, Deklaration, Verantwortung für geeignete Gehege und Preise. Der Austausch mit der Branche ergab, dass in erster Linie bei der Information künftiger Tierhalterinnen und Tierhalter Handlungsbedarf besteht. Die Anbieter von Gehegen hingegen können ihre Verantwortung für den Tierschutz mit einem geeigneten Sortiment, mit schriftlichen Informationen und einer kompetenten Beratung wahrnehmen. Folglich erstellte das BLV Informationsbroschüren für Tierhaltende und führte eine Deklarationspflicht beim Verkauf von Gehegen ein.

Aufmerksam sein beim Gehegekauf

Vor dem Kauf eines Geheges müssen sich die Tierhaltenden über die Bedürfnisse ihrer Tiere und über die gesetzlichen Anforderungen informieren. In den neuen Broschüren des BLV finden sie gute Tipps, wie sie seriöse Angebote erkennen und das richtige Gehege für ihre Tiere auswählen können. Ausserdem erhalten sie Informationen über gesetzliche Mindestanforderungen und Empfehlungen für tierfreundliche Einrichtungen. Wichtig ist, dass den Tierhaltenden bewusst wird, dass die gesetzlichen Vorschriften nur ein absolutes Minimum sind. Mit der Wahl eines grösseren Geheges kann viel erreicht werden, um den Tieren ein tiergerechtes und abwechslungsreiches Leben zu bieten.

Informieren ist zentral

Als weiteren wichtigen Schritt führte das BLV bei der Revision der Tierschutzverordnung zum 1. März 2018 eine Informationspflicht auch für Anbieter ein, die Gehege verkaufen. Neu müssen sie den künftigen Tierhalterinnen und Tierhaltern beim Verkauf von Heimtiergehegen schriftliche Informationen zur tiergerechten Haltung der jeweiligen Tierart abgeben, auch wenn sie keine Tiere verkaufen (vgl. Beitrag Hobbyhaltung von Hühnern). Zudem müssen die Zoofachgeschäfte und Verkaufsplattformen im Internet die Gehege korrekt deklarieren. Angaben, für welche Tierarten die angebotenen Gehege geeignet sind und wie viele Tiere dieser Tierart darin gehalten werden können, sind deshalb verpflichtend.