Die Hühnerhaltung als beliebtes Hobby

Die Hühnerhaltung ist ein beliebtes Hobby. Halterinnen und Halter übernehmen dabei jedoch auch viel Verantwortung, denn sie müssen sicherstellen, dass sich ihre Tiere wohlfühlen. Dies setzt einen passenden Hühnerstall voraus, und die Hühner müssen ihr Leben lang angemessen gepflegt werden.

 

Wer sich Hühner anschaffen möchte, muss sicherstellen, dass der Hühnerstall das artgemässe Verhalten der Tiere zulässt: Hühner suchen gern nach Nahrung, scharren und picken in der Einstreu am Boden, nehmen Staubbäder und ziehen sich gerne in die Höhe auf Sitzstangen zurück. Zum Eierlegen müssen geeignete, gut geschützte Nester vorhanden sein. Hühner sollten neben dem Hühnerstall auch Zugang zu einem Freigehege haben. Hühner sind sozial lebende Tiere und müssen in einer Gruppe gehalten werden.

Der tiergerechte Hühnerstall

Ein Hühnerstall, der den Bedürfnissen der Tiere entspricht, hat eine Bodenfläche von mindestens zwei Quadratmetern. So haben alle notwendigen Einrichtungselemente Platz und die Hühner können sich bei Bedarf ausweichen und sich zurückziehen. Grundsätzlich wird für kleine Haltungen bis fünfzehn Hühner eine Besatzdichte von höchstens vier Tieren pro Quadratmeter Bodenfläche empfohlen.

Ein Hühnerstall muss mit Sitzstangen, Legenestern, Futtertrögen und Tränken ausgestattet und mit Einstreu versehen sein. Diese Ausstattungselemente müssen sich im Innern des Hühnerstalls befinden und so angeordnet sein, dass die Hennen sie gut erreichen können. Auch die Halterinnen und Halter sollten den Hühnerstall problemlos betreten können, um die täglichen Arbeiten und die Reinigung durchführen zu können. Wer Hühnerställe verkauft, ist verpflichtet, Informationen über eine artgerechte Haltung der Hennen sowie über die einschlägigen rechtlichen Grundlagen bereitzustellen (vgl. dazu auch den Beitrag «Tiergerechte Heimtiergehege»).

Das Sozialleben der Hühner

Nebst einem grosszügig bemessenen Stall sollte auf eine stabile Tiergruppe geachtet werden. Hühner etablieren in ihrer Gruppe eine Hierarchie, die mit jedem Wechsel neu ausgemacht werden muss. Dies führt immer zu Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Tieren, was besonders für Neuankömmlinge mit Stress verbunden ist. Damit sich solche Rangkämpfe nicht auf ein einzelnes Tier auswirken, sollten immer mehrere neue Tiere gleichzeitig in eine bestehende Hühnergruppe eingesetzt werden. Für soziale Stabilität braucht es nicht zwingend einen Hahn. Wenn man trotzdem einen Begleiter für die Hennen möchte und die Nachbarschaft das Krähen toleriert, sollte die Gruppe aus mindestens fünf Hennen bestehen.

Scharren, Picken und Staubbaden

Hühner verbringen einen Grossteil des Tages damit, ihr Umfeld zu erkunden. Besonders gern scharren und picken sie auf der Suche nach Nahrung und nehmen regelmässig Staubbäder. Um diese Bedürfnisse zu erfüllen, muss die auf dem Boden des Hühnerstalls verteilte Einstreu trocken und locker sein. Damit dies auch über längere Zeit gewährleistet ist, müssen Kot und andere Verunreinigungen möglichst täglich entfernt werden. Verunreinigte und feuchte Einstreu kann zu Entzündungen an den Fussballen der Hühner führen.

Die ideale Einstreu besteht aus unterschiedlichen Materialien, wie beispielsweise Holzspänen, gemischt mit Stroh oder Heu. Im Allgemeinen sollte eine Einstreu von fünf bis zehn Zentimetern Tiefe reichen. Weitere Informationen sind in der Fachinformation «Einstreu für Haushühner» zu finden.

Für Staubbäder kann man den Hühnern neben einer trockenen, lockeren Einstreu im Hühnerstall auch eine geschützte Wanne mit feiner, trockener Erde oder mit Sand bereitstellen. In der niederschlagsarmen Zeit nehmen die Hennen ihre Staubbäder normalerweise in der Erde des Freigeheges.

Vorliebe für erhöhte Sitzmöglichkeiten

Hühner sitzen gern in der Höhe, nicht nur nachts beim Schlafen, sondern auch tagsüber, wenn sie sich zurückziehen möchten. Im Hühnerstall müssen den Tieren deshalb Sitzstangen auf verschiedenen Höhen zur Verfügung stehen. Die Sitzstangen müssen mindestens fünfzig Zentimeter über dem Boden angebracht und leicht zugänglich sein. Über den Stangen muss ebenfalls mindestens fünfzig Zentimeter freier Raum sein. Weitere Informationen sind in der Fachinformation «Hühnerhaltung als Hobby / Hobbyhaltung von Hühnern» zu finden.

Eierlegen

Nestsuche und Eierlegen gehören zum natürlichen Verhalten von Legehennen. Deshalb müssen ihnen Nester bereitgestellt werden, die ein Dach haben und auf drei Seiten geschlossen sind. Die Hennen bevorzugen Nester mit weicher Einstreu, etwa Dinkelspreu, Sägespäne oder Heu. Es braucht mindestens ein Legenest für fünf Tiere.

Futter und Wasser

Hühner brauchen stets ausreichend frisches Wasser und geeignetes Futter. Futtertröge und Tränken müssen im Hühnerstall untergebracht sein und sauber gehalten werden.

Hühner, die Eier legen, haben einen erhöhten Energiebedarf. Deshalb brauchen sie spezielles Legehennenfutter in ausreichender Menge und zusätzlich Körner, die im Hühnerstall oder im Freigehege auf den Boden gestreut werden. Wenn die Hühner keinen Zugang zu einer Wiese haben, kann z.B. Salat eine willkommene Ergänzung zum energiereichen Futter sein.

Stallklima und Licht

Der Hühnerstall muss gut belüftet sein und eine den Tieren angepasste Temperatur aufweisen. Bei kleinen Hühnerställen ist eine natürliche Lüftung ausreichend. Der Hühnerstall muss mindestens ein Fenster haben, um Tageslicht hereinzulassen.

Auslauf im Freien

Hühner sollten regelmässig nach draussen gehen können. Sie können entweder auf eine umzäunte Wiese oder in einem Wintergarten laufen gelassen werden. Die Hühner müssen dabei vor allem nachts vor Raubtieren geschützt sein. Deshalb müssen sie bei Einbruch der Dunkelheit im Stall eingeschlossen werden. Eine automatische Tür mit Zeitschaltuhr ist eine gute Lösung, um den Hühnerstall regelmässig zu öffnen und zu schliessen.

Pflege

Die Halterinnen und Halter müssen die Tiere täglich kontrollieren und sicherstellen, dass sie gesund sind. Kranke oder verletzte Tiere müssen von einer Tierärztin oder einem Tierarzt untersucht werden.

Registrierungspflicht für Geflügelhaltungen

Jede Geflügelhaltung, auch eine mit nur ganz wenigen Tieren, muss bei der zuständigen kantonalen Koordinationsstelle registriert werden. Die notwendigen Informationen sind auf der BLV-Webseite verfügbar.